Recklinghausen testet Sprühnebel am Kirchplatz und nimmt Fontänenfeld wieder in Betrieb

Recklinghausen testet Sprühnebel am Kirchplatz und nimmt Fontänenfeld wieder in Betrieb
Recklinghausen testet Sprühnebel am Kirchplatz und nimmt Fontänenfeld wieder in Betrieb | Bild: Stadt Recklinghausen

Recklinghausen reagiert auf die aktuelle Hitzewelle mit mehreren städtischen Maßnahmen zur Abkühlung des öffentlichen Raums. Auf dem Kirchplatz läuft erstmals ein Pilotversuch mit einer temporären Sprühnebelanlage, das Fontänenfeld auf dem Altstadtmarkt wird nach einer Reparatur wieder in Betrieb genommen. Ergänzend informiert die Stadt über das KRiS Projekt zur klimaresilienten Umgestaltung zentraler Platzflächen.

Sprühnebel am Kirchplatz

Als kurzfristige Maßnahme gegen hohe Temperaturen wurde am Kirchplatz eine temporäre Sprühnebelanlage installiert. Die Kommunalen Servicebetriebe Recklinghausen befestigten einen Schlauch mit mehreren Düsen an einer Lichtstele. Die Anlage soll täglich von 13 bis 17 Uhr einen feinen Wassernebel erzeugen, der Passantinnen und Passanten Abkühlung verschafft und den als Hitzehotspot bekannten Platz entlastet.

Die Stadt bezeichnet das System als Pilotprojekt, um Erfahrungen für mögliche dauerhafte oder mobile Lösungen zu sammeln. Dazu werden bereits bestehende Beispiele aus anderen Kommunen ausgewertet. Perspektivisch ist auch der Einsatz mobiler Anlagen möglich, die flexibel an verschiedenen Orten genutzt werden könnten.

Fontänenfeld am Altstadtmarkt

Das Fontänenfeld auf dem Altstadtmarkt wird nach einer mehrwöchigen Ausfallzeit wegen eines technischen Defekts wieder gestartet. Ersatzteile verzögerten die Reparatur, die bis Freitag abgeschlossen werden konnte. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2021 trägt das Wasserspiel regelmäßig zur Abkühlung und zur Aufenthaltsqualität auf dem zentralen Platz bei.

KRiS Projekt und der Weg des Wassers

Die Stadt informiert zudem mit einem neuen Film über das KRiS Projekt. KRiS steht für Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft und zielt auf die klimaresiliente Umgestaltung von Flächen wie dem Konrad Adenauer Platz, dem Paulusanger und dem Erlbruch. Im Zentrum steht der sogenannte Weg des Wassers: Regenwasser soll künftig lokal gespeichert, versickern und verdunsten können, anstatt schnell über die Kanalisation abgeführt zu werden.

Das Projekt folgt dem Prinzip der Schwammstadt. Es umfasst die Entsiegelung von Flächen und die Schaffung neuer blau grüner Bereiche, um Hitzeinseln zu reduzieren, Überflutungsrisiken bei Starkregen zu verringern und öffentliche Räume attraktiver zu machen. Auf dem Konrad Adenauer Platz wurde jüngst eine Wetterstation installiert, um lokale meteorologische Daten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag und Wind zu erfassen. Die städtischen Klimafachleute planen, die Messergebnisse im Vorher nachher Vergleich auszuwerten und in Abstimmung mit einer lokalen Wetter AG zu analysieren.

Trinkwasserbrunnen und weitere kühle Orte

Als ergänzende Maßnahme betreibt die Stadt sechs frei zugängliche Trinkwasserbrunnen, an denen sich Menschen kostenlos erfrischen können. Die Brunnen stehen am Altstadtmarkt, auf dem Löhrhofplatz, in der Sterngasse, auf dem Neumarkt, bei der Marienkirche und an der Gelsenwasser Betriebsdirektion.

Wer zusätzlich Schatten oder klimatisch kühlere Orte sucht, findet in Recklinghausen schattige Grünanlagen wie den Stadtgarten, den Erlbruch Park und den Südpark, bewaldete Bereiche wie den Hohenhorster Forst sowie klimatisierte öffentliche Gebäude. Die Stadt betont, dass das Klimakonzept schrittweise umgesetzt wird. Bürgermeister Axel Tschersich sagte, die Folgen des Klimawandels seien bereits spürbar, deshalb werde gezielt in Maßnahmen investiert, die die Stadt widerstandsfähiger machen und den Menschen unmittelbar zugutekommen.

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