Recklinghausen kündigt Nutzung der Unterkunft im ehemaligen Kreiswehrersatzamt zum Herbst 2026 auf

Recklinghausen kündigt Nutzung der Unterkunft im ehemaligen Kreiswehrersatzamt zum Herbst 2026 auf
Recklinghausen kündigt Nutzung der Unterkunft im ehemaligen Kreiswehrersatzamt zum Herbst 2026 auf | Bild: Stadt Recklinghausen

Die Stadt Recklinghausen beendet die Nutzung des ehemaligen Kreiswehrersatzamts am Elper Weg als Flüchtlingsunterkunft zum 31. Oktober 2026. Die Entscheidung folgt auf anhaltend sinkende Flüchtlingszahlen und entfällt, weil die Stadt ihre Verteilungsquote nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz weiterhin deutlich übererfüllt.

Entscheidung und Belegung

Das Gebäude im Westviertel war seit dem 1. November 2015 als Unterkunft in Betrieb. In Spitzenzeiten lebten dort bis zu 160 Menschen. Aktuell sind noch 35 Bewohnerinnen und Bewohner registriert. Die Stadt kündigt an, diese Personen entweder in private Wohnungen zu vermitteln oder in andere kommunale Unterkünfte zu verlegen.

Die Immobilie gehört der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Sie hatte das Haus der Stadt während des starken Zuzugs von Geflüchteten in den Jahren 2015 und 2016 zur Verfügung gestellt. Nach Darstellung der Stadt entfällt durch die aktuelle Situation die Voraussetzung für eine weitere Überlassung durch die Bundesanstalt.

Betreuung und Unterstützung

Bürgermeister Axel Tschersich bewertete die frühere Nutzung des Gebäudes als Glücksfall für Recklinghausen und würdigte die Betreuung der Geflüchteten durch das Diakonische Werk in Recklinghausen. Nach Angaben der Stadt haben die Mitarbeitenden des Diakonischen Werks über elf Jahre hinweg mit großem Engagement zur Integration der Menschen beigetragen. Tschersich erinnerte zudem an die Unterstützung durch Ehrenamtliche, Kirchengemeinden und Nachbarinnen und Nachbarn.

Pläne für das Gebäude

Mit dem Auszug rückt die Frage nach einer Nachfolgenutzung in den Fokus. Die Stadt hat nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben aufgenommen. Ziel sei es, einen längeren Leerstand zu verhindern und eine Nutzung zu entwickeln, die dem Standort und seinem Umfeld gerecht wird, erklärte der Bürgermeister.

Das Gebäude war nach dem Auszug der Bundeswehr im Jahr 2014 für die Unterbringung von Geflüchteten hergerichtet worden und hatte seitdem zahlreichen Menschen Schutz und eine erste Perspektive in Recklinghausen geboten.

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