Köln plant Notinfrastruktur und gibt Empfehlungen für den Fall großflächiger Stromausfälle

Köln plant Notinfrastruktur und gibt Empfehlungen für den Fall großflächiger Stromausfälle
Köln plant Notinfrastruktur und gibt Empfehlungen für den Fall großflächiger Stromausfälle

Nach einem Brandanschlag, der in Berlin tausende Haushalte und Betriebe temporär ohne Strom setzte, informiert die Verwaltung der Stadt Köln über vorbereitete Maßnahmen für den Fall eines flächendeckenden Stromausfalls. Die Stadt unterscheidet dabei zwischen lokal begrenzten Störungen und einem großflächigen Blackout und erläutert, wie sie Versorgung und Information sicherstellen will.

Unterschiedliche Szenarien und Anlaufstellen

Die Verwaltung macht einen Unterschied zwischen lokalem Stromausfall, der meist binnen weniger Stunden behoben werden kann, und einem Blackout mit weitreichenden Ausfällen. Für Fälle, in denen Störungen nicht kurzfristig behoben werden können, sieht die Stadt die Aktivierung sogenannter Katastrophenleuchttürme vor. Diese Leuchttürme dienen als Anlaufstellen, an denen Trinkwasser und Lebensmittel ausgegeben werden, kleinere medizinische Versorgungen angeboten werden und Energie bereitgestellt werden kann.

Zur Auffindbarkeit werden beleuchtete Ballons eingesetzt, die die Leuchttürme über größere Entfernungen sichtbar machen sollen. Eine Übersicht über alle Leuchttürme im Stadtgebiet stellt die Stadt auf einer interaktiven Karte bereit.

Empfehlungen für Haushalte

Die Stadt rät Bürgerinnen und Bürgern, Ruhe zu bewahren und eine Notfallcheckliste zu erstellen. Empfohlen werden Vorräte an Lebensmitteln und Trinkwasser für bis zu zehn Tage, Bargeld, ausreichend Medikamente sowie ein Erste Hilfe Kasten. Weitere vorgeschlagene Gegenstände sind Kerzen und ein Feuerzeug, ein Feuerlöscher, Taschenlampe, ein batteriebetriebenes oder kurbelbares Radio sowie Ladeakkus und Batterien. Die Installation von Warn Apps auf mobilen Geräten und die Mitnahme von Powerbanks können die Informationsmöglichkeiten im Notfall verlängern.

Alle Hinweise und eine detaillierte Übersicht stellt die Stadt Köln zusätzlich in einem Flyer zur Verfügung.

Infrastruktur, Versorgung und Unterbringung

Für die Versorgung mit Wärme und zur Aufnahme Betroffener sind Schulen als sogenannte Wärmeinseln und Versorgungsorte vorgeplant. Als Referenz nennt die Verwaltung das Landeskonzept NRW Betreuungsplatz für 500 Betroffene BTP 500 NRW, das bereits etwa bei Kampfmittelfunden in Köln angewandt wurde. Diese Einrichtungen werden durch Einheiten des kommunalen und überörtlichen Katastrophenschutzes betrieben. Bei Bedarf können weitere Unterbringungsmöglichkeiten eingerichtet werden.

Die Treibstoffversorgung für Netzersatzanlagen ist laut Stadt durch benachbarte, nicht betroffene Stadtteile gesichert. Alternativ seien überörtliche Lieferketten und die Nutzung von Bundesreserven vorgesehen. Mobile Netzersatzanlagen werden vom Energieversorger sowie von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk vorgehalten und können bei Bedarf aus anderen Regionen zugeführt werden. Kritische Infrastrukturen verfügen in der Regel über eigene Ersatzanlagen oder Evakuierungskonzepte, die durch die Gefahrenabwehr unterstützt würden.

Einsatzführung und Information der Bevölkerung

Für den Krisenfall ist die Einrichtung einer operativen Einsatzleitung bei der Feuerwehr und einer administrativen Führung im Krisenstab der Stadt Köln vorgeplant. Betroffene sollen fortlaufend über die städtische Website, die Social Media Kanäle der Stadt, der Feuerwehr und der Polizei sowie über Radio Köln auf UKW 107,1 MHz informiert werden.

Die Stadt weist darauf hin, dass die Versorgung der Bevölkerung durch die zuständigen Behörden die allgemeine Bereitstellung lebensnotwendiger Güter und die Aufrechterhaltung kritischer Infrastruktur umfasst. Eine individuelle Betreuung einzelner Personengruppen ist nicht vorgesehen. Als zusätzliche Orientierung verweist die Verwaltung auf die Handlungsempfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

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